Die Befreiung von der mittelalterlichen Niederhaltung des freien Denkens hat der Menschheit den Aufbruch in ein neues, dynamisches Zeitalter ermöglicht. Der technische Fortschritt erhielt 1768 durch die Erfindung der Kondensator-Dampfmaschine durch James Watt den entscheidenden Impuls und hat sich seither immer weiter beschleunigt. 

Wenn jetzt kaum mehr als 250 Jahre später künstliche Intelligenz diejenige von Menschen zu überholen beginnt, ist es allerhöchste Zeit, sich einer gefährlichen Entwicklungsschere bewusst zu werden. Denn während der rasante technische Fortschritt auch immer wirksamere Waffen hervorgebracht hat, sind bei der soziologischen Entwicklung der Menschen (Politiker), die entsprechend immer verantwortungsvoller mit dem explosiven Arsenal umgehen müssten, keinerlei Fortschritte erkennbar. 

Dieser Stillstand erklärt sich aus der widersprüchlichen ökologischen Position von Menschen zueinander: Sie sind ihre wichtigsten und sogar überlebensnotwendigen Kooperationspartner und zugleich ihre ärgsten Rivalen um die Ressourcen der Erde, vor allem um Land. Dies hat die Bildung von Gruppen und entsprechendes Gruppenverhalten hervorgebracht, wobei innerhalb der Gruppe die Kollaboration im Vordergrund steht. Im Verhältnis zwischen den (territorialen) Gruppen liegt ein Gemenge aus Kooperation (Handel) und Rivalität (Krieg) vor. 

Das menschliche Gehirn, das auf technischem Gebiet streng rational zu arbeiten vermag, erweist sich im politisch-soziologischen Bereich als egoistisches, hypokritisches, vorurteilsbefrachtetes, heuchelndes und rücksichtsloses Überlebensorgan, dem es extrem schwerfällt, für die Angehörigen der eigenen Gruppe und erst Recht für die eigene Person dieselben Regeln gelten zu lassen wie für andere. Nicht manipulierte künstliche Intelligenz als prinzipiell neutrale, rein rationale Instanz bietet da die einmalige Chance, an einer Lösung für die Problematik der widersprüchlichen ökologischen Doppelposition zu arbeiten, in der sich Menschen zueinander befinden. U.a. geht es darum, den 1945 als leeres Versprechen formulierten Vorsatz der Vereinten Nationen, die Menschheit von der Geisel des Krieges zu befreien, umzusetzen. Dazu bedarf es einer ständigen Weiterentwicklung der seit 1945 weitgehend eingerosteten UNO-Charta.

Diese Chance besteht nur für sehr begrenzte Zeit. Schon innerhalb der nächsten Jahre werden Investitionen in KI in Billionenhöhe erwartet. Diese Investitionen können jedoch nicht von den hochverschuldeten und in irrationalen Kriegen engagierten Nationen aufgebracht werden. Vielmehr werden sie von einer Finanzelite getätigt, die die freien Nationen des Westens bereits mit dem politisch voreingenommenen Einheitsbrei der Mainstream-Medien beglücken. Eine von diesen Kräften beherrschte KI-Welt wäre von weiterentwickelten Orwellschen Überwachungs- Kontroll- und Manipulationspraktiken geprägt. 

Nur eine ideologisch unbeeinflusste, allein an den Kernwerten Wahrheit, Leben/Frieden, Freiheit und Fairness orientierte KI ist in der Lage, zielführend am Schicksalsproblem der ökologischen Doppelposition der Menschen als ihre ärgsten Rivalen und zugleich notwendigen Kooperationspartner zu arbeiten, also an einer anwendungsfertigen politischen Philosophie. Und da Menschen bei ihren Entscheidungen viel stärker von ihren Gefühlen geleitet werden als sie sich selber eingestehen, geht es auch um Leitlinien für eine zeitgemässe Weiterentwicklung der Religionen. Dabei kann eine Entwicklung in Gang kommen, die auf das zusteuert, was die Gruppe Queen in ihrem Song One Vision kurz und knapp umrissen hatte - "one true religion".