Tückische Falle Iran - Kurzversion

Von CrisHam, 1. Februar 2026

Der Iran ist mehr als nur irgendein beliebiges der über 50 islamischen Länder. Schon lange vor Christi Geburt gab es in Persien (dem heutigen Iran) eine hochentwickelte Kultur. Auch nach der Islamisierung im Mittelalter blieb viel davon in Sprache und Wertvorstellungen der Iraner erhalten. Araber und Türken wissen das bis heute. Ein führender arabischer Politiker sagte 1947: „Wir waren in der Lage, die Kreuzritter zu vertreiben, aber andererseits haben wir Spanien und Persien verloren.“ Im 20. Jahrhundert war der Iran – neben dem Libanon – eines der fortschrittlichsten Länder des Orients. 1951 gab es freie, demokratische Wahlen. Der gewählte Ministerpräsident Mossadegh stellte das Öl unter staatliche Kontrolle, damit das Land einen gerechten Anteil an den Einnahmen erhält. Daraufhin stürzten ihn 1953 die CIA und die britische MI6 – hauptsächlich im Interesse britischer Ölkonzerne. An seiner Stelle wurde der Schah Reza Pahlavi zum Alleinherrscher erhoben. 

Unter Pahlavi beschleunigte sich die Modernisierung. Doch das zu hohe Verwestlichungstempo und die Übergriffe seiner Geheimpolizei provozierten eine Gegenbewegung. Deren Führung übernahm der Islamist Ayatollah Khomeini aus seinem Exil in Frankreich. Im Februar 1979 konnte dieser den Schah stürzen – aber nur mit westlicher Hilfe.  Erstens griff das iranische Militär auf amerikanische Veranlassung nicht ein. Zweitens hatte der britische Sender BBC Khomeini jahrelang eine riesige Plattform auf Persisch zur Verfügung gestellt. Über diese konnte der Islamist den Menschen vorgaukeln, seine ‚Islamische Republik‘ würde Freiheit und Rechtsstaatlichkeit bringen. 

Den westlichen Bürgern ist diese Vorgeschichte infolge unkritischer Medien weithin unbekannt. Damit aber fehlt ihnen auch das notwendige Misstrauen, mit dem solchen antidemokratischen Machenschaften mitten aus ihren eigenen Reihen begegnet werden muss. Islamismus und Terrorismus sind nicht so sehr aus eigener Kraft gefährlich. Vielmehr werden sie das erst durch ihre Förderung mit westlicher Propaganda und westlichen Waffenlieferungen. 

Ohne ein korrektes Bewusstsein von dieser internen Gefahr droht der Konflikt zwischen dem iranischen Ayatollahregime einerseits und den USA und Israel andererseits zu einer Steigerung vergangener Katastrophen zu geraten. Außer den Kriegen im Irak und in Afghanistan gab es eine Serie von Aufständen und Bürgerkriegen im Rahmen des sogenannten Arabischen Frühlings Ende 2010 – Anfang 2011. In rund einem Duzend arabischer Länder kam es zu demokratisch motivierten Protesten gegen herrschende Autokraten. Doch überall wurden die Bewegungen schnell von gut organisierten und finanzierten Islamisten für ihre ganz anderen Ziele übernommen.

Für die jetzige Lage im Iran geben zwei damalige Umstände besonderen Anlass zur Vorsicht.  Der eine ist leider konsistent zu ähnlichen Erfahrungen im Vietnamkrieg (1955-1975). So hat auch der ‚Arabische Frühling‘ die schlimmsten und dauerhaftesten Folgen ausgerechnet dort hinterlassen, wo der Westen militärisch eingriff. Namentlich gilt das für Libyen, wo zwar der Diktator Gaddafi gestürzt wurde, aber bis heute keine Normalität eingekehrt ist. Der zweite zur Vorsicht mahnende Umstand ist, dass es Übergriffe von Gaddafis Ordnungskräften gegen protestierende Bürger waren, die den Anstoß zu diesem kontraproduktiven militärischen Eingreifen des Westens gaben. Damit bestand eine Ausgangslage vergleichbar der jetzigen im Iran. In Libyen wurde 2011 aus dem vermeintlichen Schutz der Zivilisten eine blutige Parteinahme in einem Bürgerkrieg. Dieser geriet außer Kontrolle und hat das Land bis heute politisch gespalten. Zudem kam es zu einer gigantischen Proliferation von Waffen in Afrika, hauptsächlich hin zu Terrorgruppen wie der berüchtigten Boko Haram. 

Aus all dem ergeben sich einige Warnungen für den Irankonflikt:

  • Israel hat wegen seiner geringen territorialen Ausdehnung einen automatisierten nuklearen Gegenschlag für den Fall eines Atomangriffs einprogrammiert. Es muss jedoch sichergestellt werden, dass Zivilisten von diesem automatisierten Gegenschlag weitgehend verschont bleiben. Ziel ist es, die iranische Nation von der Herrschaft der Ayatollahs zu befreien und damit auch Israel von der Bedrohung.
  • Man braucht generell kluge Strategien statt Gewalt, z. B. Propaganda wie diejenige der BBC bis 1979, nur dieses Mal nicht für, sondern gegen Islamisten. Auch die damalige Neutralisierung des Militärs mittels psychologischer Beeinflussung stellt einen interessanten, viel Blutvergießen verhindernden Ansatz dar.
  • Bevor CIA und Militär mit solchen Aufgaben betraut werden, ist jedoch deren gründliche Säuberung erforderlich. Die katastrophalen Ergebnisse von Vietnam bis Afghanistan standen in einem allzu krassen Widerspruch zu den objektiven Möglichkeiten der mit Abstand bestgerüsteten Militärmacht der Welt.

Gegenüber dem Arabischen Frühling 2010 - 2011 gibt es zwei Gunstumstände, die Hoffnung machen: Die meisten Iraner sind nach 47 Jahren Ayatollah-Herrschaft vom politischen Islam enttäuscht und immun gegen dessen Propaganda. Der zweite Gunstumstand besteht in der Präsidentschaft Donald Trumps. Dieser ist offensichtlich gewillt, der Förderung des Islamismus durch einflussreiche westliche Kräfte entgegenzutreten. Statt in die Falle eines großen Krieges zu treten, ist ihm eher eine Lösung wie im Fall Maduro zuzutrauen, also ein minimalinvasiver, gezielter Eingriff, der den Namen Schutz der Bevölkerung tatsächlich verdient.

Die ungekürzte Fassung des Artikels mit Quellenbelegen findet sich hier: https://www.frieden-freiheit-fairness.com/blog/tueckische-falle-iran