Der Irankrieg – Risiken und Chancen

Von CrisHam, 12. März 2026

Die Risiken, die der israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran birgt, sind gigantisch, die Chancen allerdings ebenso. Es geht um viel mehr als um nachhaltige Terrorbekämpfung und ein stabiles Sicherheitsgefüge im Nahen Osten. Der Irankrieg ist, ebenso wie der Ukraine- und der Gazakrieg, Teil einer globalen Auseinandersetzung, deren wahre Konturen im manipulierten Ambiente der Mainstream-Berichterstattung verschwimmen. Doch an deren Ende zeichnet sich bereits ein autoritärer, UNO-zentrierter Eine-Weltstaat ab. 

Jeder Krieg, in den sich die westlichen Nationen ziehen lassen, bringt sie dem Ende ihrer dabei vermeintlich verteidigten Freiheit und authentischen Demokratie näher. 

Seit dem absurd verzögerten Vietnamkrieg (1955-1975) sind die Bürger tief in ein linkes und ein konservatives Lager gespalten. Linke vertreten seither einen nachgiebigen Pazifismus auf Kosten nationaler Interessen, während sich Konservative zunehmend zu Neocons manipulieren lassen, die einen plumpen Hau-drauf-Militarismus vertreten.

Die Spannungen zwischen den beiden falschen Weltsichten haben den inneren Frieden in den westlichen Staaten schon zu lange gefährdet. Der Irankrieg gibt Anlass, diese gleichermaßen selbstzerstörerischen Wege hinter sich zu lassen. Dazu müssen allerdings die seit Vietnam wirksamen psychologischen Mechanismen erkannt werden. https://www.frieden-freiheit-fairness.com/blog/schluss-mit-der-selbstzerstoerung-des-westens - Teil 1

Auf der linken politischen Seite hat eine Steigerung der Nachgiebigkeit gegenüber Islamisten stattgefunden. 

Während sich das konservative Lager in Europa gespalten hat, ist es unter Donald Trump aus der Neocon-Politik der suizidalen Dauerkriege ausgeschert. Durch zwei kurze, harte und effektive Schläge gegen definitive Feinde der freiheitlichen Demokratie hat er den verlorenen Respekt gegenüber der Supermacht wiederhergestellt. Der erste im Juni 2025 hat mit der beeindruckenden Zerstörung unterirdischer iranischer Atomanlagen eine weitere Ausdehnung des von Netanyahu gestarteten 12-Tage-Krieges verhindert. Der zweite hat mit der fast unblutigen Beendigung der Maduro-Diktatur dem Selbstbestimmungsrecht der venezolanischen Nation nach Artikel 1 der UNO-Charta Geltung verschafft. 

Mit dieser eintägigen Aktion hat Trump einen seit der Verabschiedung der UN-Charta von 1945 überfälligen minimal-invasiven Ansatz vorgeführt, der freiheitsliebende Nationen elegant von Despoten befreit. Das ist ein entscheidender Schritt weg von den ausgedehnten Kriegen wie im Irak und in Afghanistan, wo stets die betreffende Nation für die Verfehlungen ihrer autokratischen Herrscher bestraft wurde. 

Doch Trumps stabilisierender Kurs ist im jetzigen Irankrieg stark bedroht. Der Nahe Osten beherbergt die weltweit größte Ansammlung unzuverlässiger ‚Freunde‘ des Westens mit anderen Zielen und Wertvorstellungen, darunter eine Atom- und eine werdende Großmacht. https://timesca.com/how-central-asia-is-shifting-from-russia-towards-turkey/

Dass die Atommacht Pakistan (natürlich nicht zufällig) bereits kurz vor dem Beginn des Irankrieges Afghanistan angegriffen hat, zeigt mehr als nur bedenkliche Informationsflüsse. Erstens wird die Bedrohung für Israel um eine unkalkulierbare Ebene erweitert und zweitens können die westlichen Staaten sich jetzt schon fragen, wie sie dem vorhersehbaren Ansturm islamischer Flüchtlinge endlich prinzipienorientiert statt mit selbstzerstörerischem Appeasement begegnen wollen. https://www.frieden-freiheit-fairness.com/blog/betrug-der-manipulierte-kampf-der-kulturen-kurzversion

Einen weiteren Risikofaktor im Irankrieg bildet die Militärstrategie der Netanyahu-Regierung. Nach dieser Dahiya-Doktrin werden gezielt zivile Infrastruktur und Wohnsubstanz zerstört. Ihren Verfechtern zufolge soll dies die leidenden Zivilisten veranlassen, sich von den Terroristen abwenden. – Diese Fehlannahme hat das Angriffsopfer Israel zum Verlierer im Informations- bzw. Propagandakrieg gemacht. Der Antisemitismus ist weltweit angestiegen, während Islamisten und Terroristen ‘moralisch‘ der Rücken gestärkt wurde. 

Eine Anwendung der Dahiya-Doktrin im Irankrieg würde Trumps Konzept einer bestmöglichen Vermeidung ziviler Schäden torpedieren und die Befreiung der unterdrückten Bevölkerung in eine Zerstörung des Landes abfälschen.

Daher muss Trump jetzt Netanyahu, aber ebenso auch die Führung seines eigenen Sicherheitsapparats aus Militär und Geheimdiensten, eng an die Kandare nehmen. Misslingt dies, verspricht der Irankrieg den brutalen, verschleppten und letztlich selbstzerstörerischen Verlauf zu nehmen, den bisher alle großen amerikanischen Kriege von Vietnam bis Afghanistan genommen haben. https://www.frieden-freiheit-fairness.com/blog/tueckische-falle-iran

Von Trumps Erfolg hängt auch sein politisches Überleben ab, denn schon im November 2026 sind Kongresswahlen. Ein bis dahin verzögerter Irankrieg würde fast sicher eine Niederlage der Republikaner und im Anschluss daran ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten zur Folge haben. 

Das aber würde die Chancen drastisch reduzieren, den globalen UN-Staat sowie die Gewalt auf dem Weg dorthin noch durch eine demokratische Systemreform abwenden zu können. Denn bei all ihren Fehlern steht die Regierung Trump wie sonst niemand für die Entschlossenheit zur fundamentalen Kurskorrektur.

 

Eine erweiterte Version des Artikels findet sich im Blog unter diesem. Der Titel lautet "Eine Militärdoktrin gefährdet die Befreiung der iranischen Nation".